Eine Installation zur Entstehung des Lebens im
Science Communication Lab im
Deutschen Museum in München

Ausstellung: 09. – 25.06.2026
Eröffnung: 12.06.2026, 19.30 Uhr, Science meets Art – A Dialogue Night on the Origins of Life (Anmeldung)
Museumsinsel 1, 80538 München, Öffnungszeiten: täglich 9 bis 17 Uhr

Begleitprogramm
Information in English
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Sammlung natürlicher Formen (Fraktale)

Das Deutsche Museum in München hat mich zu einer künstlerischen Installation eingeladen, die sich mit den möglichen Umständen der Entstehung des Lebens auseinandersetzt. Wissenschaftlich wird das Thema „Molekulare Evolution in präbiotischen Umgebungen“ von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Dabei soll untersucht werden, wie aus unbelebter Materie unter verschiedenen Bedingungen erste Bausteine des Lebens entstehen konnten.

Dazu wurde Ideen und Theorien zur Epigenese (der Herausbildung neuer Strukturen aus ungeformter Materie bei der Entwicklung eines Lebewesens) und Evolution gesammelt und kombiniert. Indem auf diese Weise neue Möglichkeitsräume entstehen, steigt auch die Wahrscheinlichkeit des Auftauchens bisher ungedachter Gedanken. Vorbereitend wurden über einen Fragebogen Ideen gesammelt, wie Leben auf der Erde entstanden sein könnte. Danke an alle, die ihn ausgefüllt haben!

Kataloge

Details zur Installation

Die Installation Anfangshypothesen bearbeitet die Frage nach der Entstehung des Lebens auf der frühen Erde, indem sie wissenschaftliche Themen künstlerisch interpretiert. Dazu wird aktuelle Forschung mit spekulativen Entwürfen verbunden, um neue Denkräume zu eröffnen. So zeigt sie neben ausgewählten Illustrationen zu aktuellen Forschungsständen auch Hypothesen, denen bislang eine wissenschaftliche Grundlage fehlt.

Zur Vorbereitung der Installation wurden Forschende aus Astrophysik, Biochemie, Biophysik, Chemie und Geowissenschaften, die im Forschungscluster CRC 392 „Molekulare Evolution unter präbiotischen Bedingungen“ den Ursprung des Lebens untersuchen, sowie eine Reihe externer Experten besucht und interviewt. In den Exponaten sammeln sich die Ergebnisse dieser Begegnungen.

Die Installation verknüpft wissenschaftliche Erkenntnisse, künstlerische Positionen und kreative Modelle zu einem transdisziplinären Blick auf eine sich stetig wandelnde Welt. Dabei richtet sie den Blick auch auf unser gegenwärtiges Zeitalter, das Anthropozän, in dem beispielsweise Materialien wie Plastik dauerhafter Bestandteil der Erde sind.

Indem sich Kunst und Wissenschaft als verwandte Formen der Erkenntnis ergänzen, wird erfragt, ob und wie sich der Ursprung des Lebens jemals vollständig erklären lässt – und welche Vorstellungen von Leben daraus für die Zukunft entstehen können.

Die Installation lädt dazu ein, eigene Überlegungen einzubringen. Anhand von Mitmach-Exponaten können Besucher*innen ihre Gedanken ergänzen und so ein kollektives Bild möglicher Erklärungen entwickeln. Begleitende Materialien bieten Raum für persönliche Reflexionen.

Im Kern steht die Auseinandersetzung mit Veränderung: Evolution verläuft oft unmerklich, kann jedoch an bestimmten Punkten zu tiefgreifenden Umbrüchen führen. Vor diesem Hintergrund fragt die Installation Anfangshypothesen, wie wir unsere Rolle in gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungen verstehen – und welche Verantwortung wir für die Gestaltung einer lebenswerten Welt übernehmen können.

Begleitprogramm

09.06.2026, 12.15 Uhr: Pantoffeltierchen gestalten
12.06.2026, 19.30 Uhr: Auftaktveranstaltung Science meets Art – A Dialogue on the Origins of Life
13.06.2026, 12.15 Uhr: Ausstellungsführung
13.06.2026, 15.00 Uhr: Ausstellungsführung
14.06.2026, 12.15 Uhr: Ausstellungsführung
14.06.2026, 15.00 Uhr: Ausstellungsführung
15.06.2026, 14.00 Uhr: RNA häkeln
16.06.2026, 12.15 Uhr: Ausstellungsführung
17.06.2026, 10.00 Uhr: Frauen Technik Wissen
18.06.2026, 14.00 Uhr: RNA häkeln

Häkelworkshop

Einladung zum Workshop: Häkeln von RNA-inspirierten Strukturen

Im Rahmen der Installation „Anfangshypothesen“ laden wir herzlich zu einem begleitenden Workshop ein, der molekulare Vorstellungen und Handarbeit miteinander verknüpft.

Der Workshop richtet sich an häkel-kundige Teilnehmende, die gemeinsam aus Wolle RNA- und DNA-artige Strukturen entwickeln und umsetzen möchten. Ausgehend von grundlegenden Prinzipien molekularer Organisation entstehen in einem offenen, experimentellen Prozess textile Interpretationen von RNA, Doppelhelix, Sequenz und Variation.

Die Veranstaltung als Teil der Installation „Anfangshypothesen“ versteht sich als praktische Annäherung an Fragen nach den Ursprüngen von Ordnung, Struktur und Replikation. Zwischen wissenschaftlicher Hypothese und haptischer Praxis eröffnet der Workshop einen Raum für Austausch, Spekulation und kollektives Arbeiten.

Voraussetzung: Basis-Häkelkenntnisse
Material: Wolle und Nadeln werden vor Ort bereitgestellt
Termine: 15. Juni 2026, 14 Uhr, 18. Juni 2026, 14 Uhr
Dauer: ca. 1 Stunde

Wir freuen uns auf gemeinsames Arbeiten, Diskutieren und Weiterdenken.

Ausstellungsführung

Interaktive Führung durch die Installation „Anfangshypothesen“

Unsere dialogische Führung lädt dazu ein, die Installation „Anfangshypothesen“ aktiv zu erkunden und eigene Gedanken zum Ursprung des Lebens zu entwickeln.

Ausgestattet mit einem Leporello zum Selbstausfüllen bewegen sich die Teilnehmenden durch die Installation und nähern sich den Exponaten über Fragen, Notizen und kurze Reflexionen. Im Zentrum stehen grundlegende Themen wie die Idee der „Ursuppe“, mögliche Energiequellen, Bedingungen auf der frühen Erde oder außerirdische Existenzen.

Die Führung versteht sich nicht als klassische Wissensvermittlung, sondern als offener Denkraum: Welche Szenarien sind vorstellbar? Welche Hypothesen erscheinen plausibel – oder überraschend? Und wie lassen sich wissenschaftliche Modelle, spekulative Ansätze und künstlerische Perspektiven miteinander verbinden?

Termine: 13.06.26, 12:15 Uhr & 15:00 Uhr, 14.06.26, 12:15 Uhr & 15:00 Uhr, 16.06., 12:15 Uhr
Dauer:
ca. 1 Stunde

Wir laden dazu ein, mitzudenken, zu hinterfragen und eigene Hypothesen zu formulieren.

Pantoffeltierchen gestalten

Kinderaktivität: Pantoffeltierchen gestalten (4–6 Jahre)

Im Rahmen der Installation „Anfangshypothesen“ laden wir Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren zu einer kreativen Mitmach-Aktion ein.

Gemeinsam zeichnen und gestalten wir Pantoffeltierchen – kleine, faszinierende Einzeller – mit Zeichenpapier, Filzstiften und Wachsstiften. Die fertigen Werke werden ausgeschnitten und anschließend neben der Installation präsentiert.

Spielerisch nähern wir uns dabei Fragen zum Ursprung des Lebens und zur Evolution: Woher kommt Leben? Wie sah die frühe Erde aus? Gab es vielleicht Leben aus dem All? Was brauchte es, damit die ersten Lebewesen entstehen konnten? Die Inhalte werden altersgerecht im gemeinsamen Gespräch vermittelt.

Begleitende Erwachsene erhalten ein Leporello zum Selbstausfüllen, das Impulse zur Vertiefung und eigenen Reflexion bietet.

Termin: 9. Juni 2026, 12.15 Uhr
Dauer:
ca. 30 Minuten

Wir freuen uns auf viele bunte Mikroorganismen und neugierige Fragen!

Führung Frauen Technik Wissen

Termin: 17. Juni 2026, 10 Uhr
Dauer:
2 Stunden

Termin: 17. Juni 2026
Dauer: 2 Stunden

Herzlichen Dank an alle UnterstützerInnen

  • Simone Göppert / Deutsches Museum
  • York Hämisch / Varex Imaging Corporation
  • Wolfgang Heckl / Deutsches Museum
  • Andreas Hejnol / Phyletisches Museum
  • Christof Mast / Ludwig-Maximilians-Universität, Center for NanoScience
  • Sebastian Meyer / Personal Coach
  • Henrike Niederholtmeyer / Technische Universität München, Zellfreie synthetische Biologie
  • William Orsi / Ludwig-Maximilians-Universität, Geomikrobiologie
  • Kai Seyffarth / Catering & Support
  • Sebastian Springer / Constructor University, Biochemie und Zellbiologie
  • Jack Szostak / University of Chicago, Center for the Origins of Life
  • Oliver Trapp / Max-Planck-Institut für Astronomie
  • … sowie an alle Teams, die mir großzügige und inspirierende Einblicke in ihre Labors und Forschungstätigkeiten gewährt haben!

Information in English

To make CRC 392’s research on the origins of life accessible to a broad audience, an Art & Science Residency was launched in 2025. The goal is to open up scientific questions through artistic perspectives and take them beyond traditional outreach.

For the first residency, CRC 392 collaborates with artist Heike Seyffarth. Her installation Anfangshypothesen explores the question of the origin of life on early Earth by artistically interpreting scientific themes. To this end, artist Heike Seyffarth combines current research with speculative concepts to open up new spaces for thought. Thus, in addition to selected illustrations addressing research questions and current findings, the installation also presents hypotheses that lack a scientific basis to date.

In preparation for this intervention, researchers from astrophysics, biochemistry, biophysics, chemistry, and the geosciences – including those from the CRC – as well as several external experts, were visited and interviewed. The exhibits bring together the results of these encounters.

By linking scientific findings, artistic perspectives, and creative models, a transdisciplinary view of a constantly changing world emerges. The focus also turns to our present age, the Anthropocene, in which, for example, materials like plastic are a permanent part of the Earth.

By complementing one another as related forms of knowledge, art and science explore whether and how the origin of life can ever be fully explained, and what visions of life for the future might emerge from this.

The installation invites visitors to contribute their own reflections. Through interactive exhibits, visitors can add their thoughts and thus develop a collective picture of possible explanations. Accompanying materials provide space for personal reflection.At its core is an examination of change: Evolution often proceeds imperceptibly, yet can lead to profound upheavals at certain points. Against this backdrop, Anfangshypothesen asks how we understand our role in current and future developments – and what responsibility we can assume for shaping a world worth living in.

Download here English Translations of Exhibition Texts