
Für das Deutsche Museum in München darf ich ein künstlerisches Exponat erstellen, das sich mit den möglichen Umständen der Entstehung des Lebens auseinandersetzt. Im Bereich „Molekulare Evolution in präbiotischen Umgebungen“ geht es um die Frage, wie aus unbelebter Materie unter verschiedenen Bedingungen erste Bausteine des Lebens entstehen konnten.
Mit dem Beantworten einiger Fragen helfen Sie, die aktuellen Theorien zur Evolution zu erweitern. Vielen Dank für Ihre Teilnahme!
Der Fragebogen enthält keine Pflichtfelder, ich freue mich auch über Teilantworten. Der Fragebogen kann mehrfach ausgefüllt werden. Mit der Teilnahme gestatten Sie eine mögliche Nutzung Ihrer Antworten im Rahmen der Installation „Anfangshypothesen“ im Deutschen Museum München.
English Version:
For the Deutsches Museum in Munich, I am creating an artistic exhibit that explores the possible conditions under which life may have originated. Under the headline “Molecular Evolution in Prebiotic Environments,” the project addresses the question of how the first building blocks of life could have emerged from inanimate matter (e.g., atoms) under different conditions.
By answering a few questions, you help to expand current theories of evolution. Thank you very much for your participation!
Note: The questionnaire doesn’t contain any mandatory fields. Partial answers are also very welcome. You may fill in the questionnaire severel times with different answers. By sending the form, you allow to make use of your answers within the installation „Anfangshypothesen“ at Deutsches Museum München.
Ausgewählte Antworten
Herzlichen Dank an alle, die den Fragebogen mit viel Interesse und Energie ausgefüllt haben!
Hier sind nun die spannendsten Antworten zusammengestellt, die uns das Spektrum zwischen Wissenschaft und Phantasie in großer Breite zeigen:
- Lebensenergie kann auch in anderen Formen existieren, die unserer Naturwissenschaft so noch nicht zugänglich sind.
- Reicht nicht der Zufall völlig aus? Die Aminosäuren bilden sich ja quasi von alleine, und wenn genug davon da ist und genug Energie, dann wird irgendwann die richtige Reaktion passieren. Man hat ja Zeit…
- Lebewesen könnten mit biologischen kleinen Windrändern Energie erzeugen.
- Ich glaube nicht, das ist einen anderen Stoff als Wasser gibt, auf dessen Basis sich so viele verschiedene komplizierte chemische Prozesse denken lassen.
- Chemische Energie lässt sich auch in anderen Molekülen als Zucker speichern. Aber elektromagnetische Strahlung als Transporter über weite Strecken ist ohne Alternative.
- Vielleicht Silizium als Kohlenstoff-Ersatz?
- Wandlungsfähigkeit gehört zum Wesen des Lebendigen. Sie hat ihren Ursprung in der Endlichkeit der Existenz – in der Polarität zwischen Sein und Tod, zwischen Absterben und Regenerieren, zwischen Leistung und Ruhe. Mit ihrer Hilfe gelingt es dem Lebenden, sich gegen die Vergänglichkeit zu behaupten, die ihm als Grundeigenheit anhaftet und der er nach Durchwanderung eines im eigentümlichen Zeitraumes zum Opfer wird.Je mehr man erfährt über die Entstehung des Lebens, umso näher zoomt man zu diesem Augenblick hin und desto genauer muss man das Leben definieren. Vielleicht sollte man das Leben auch nicht als 0 oder 1 Status definieren, sondern als Gradienten.
- Leben aus Mikroplastik? In einem Prozess müssten die Plastikmoleküle gespalten und umstrukturiert werden. Vielleicht durch Bakterien… Aber die würden die entstandenen Moleküle dann essen… Also vielleicht, wenn das Plastik über hunderte Jahre durch Wind und Wetter zerkleinert wird und gleichzeitig kein anderes Lebewesen da ist, um die Moleküle zu verdauen.
- Ein Meteoriteneinschlag, der die richtigen Moleküle mitgebracht hat, könnte alles initiiert haben.
- Mit Sicherheit wird es außerhalb unseres Sonnensystems Mikroorganismen geben.
- Energie aus Schall. Wenn Energie aus Licht gewonnen wird, warum dann nicht aus Schall? Beides sind Wellen.
- Schon jetzt dient Mikroplastik manchen Mikroorganismen als Nahrung und damit als Beginn des Nahrungskreislaufs. Es müsste gelingen, dass der Stoffwechsel schneller und effektiver wird.
- Leben außerhalb unseres Sonnensystems: über Energie- oder Strahlungs-Cluster; viele große und/oder kleine Einheiten, vernetzt.
- Ein universelles Bewusstsein, das Leben planen und hervorbringen kann? Nein. Es wird immer von einer Riesenzahl an ungezielt stattfindenden Aktionen – allenfalls durch Nutzer gelenkt – und Zufällen abhängen.
- Ggf. kam das Leben aus dem All und die Anlagen für Leben sind quasi überall vorhanden.
- Morphische Felder? Populärwissenschaftlicher Unsinn…
- Leben aus Mikroplastik? Man kennt ja schon Einzeller, die verschiedene Kunststoffe verstoffwechseln können… So wandelt man Plastik quasi in Lebewesen um.
- Mikroplastik in Whisky einweichen 🙂
- Leben anderswo könnte auf biochemischer Ebene dem Leben auf der Erde ähneln, also mit Nukleinsäuren, Membranen und Peptiden/Proteinen.
- Ich glaube nicht, dass bisher ungenutzte Energieformen für die Entstehung von Leben notwendig sind. Allerdings wurden einige interessante Arbeiten durchgeführt, die zeigen, dass die Energie des radioaktiven Zerfalls hochenergetische chemische Verbindungen erzeugen kann, die zur Synthese einiger Bausteine des Lebens führen können.
- Ich kann mir keinen Ersatz für Kohlenstoff vorstellen.
- Wichtiger als die Definition, was „Leben“ sein könnte, ist es, den Pfad von Chemie zu Biologie zu verstehen.
- Es hat bereits einen grundlegenden Wandel in unserem Denken gegeben, weg von der Vorstellung einer „Ursuppe“ hin zu Modellen, in denen wichtige Zwischenprodukte durch Prozesse wie die Kristallisation konzentriert, angereichert und gereinigt werden.
- Leben benötigt auch Phosphor (P), da dieser Bestandteil von RNA und DNA ist. Leben kann nicht aus Mikroplastik entstehen, obwohl biologische Organismen Mikroplastik potenziell abbauen und verwerten könnten. Außerdem gibt es keine Aminosäuren, die Chlor enthalten.
- Bestimmte Umgebungen auf der frühen Erde, wie etwa Vulkangebiete oder Einschlagkrater, könnten die chemischen Reaktionen begünstigt haben, die zur Entstehung der Bausteine des Lebens führten. Diese Schlüsselchemikalien könnten sich dann zu Protozellen zusammengefügt haben, die zur Evolution fähig waren und so komplexeres Leben hervorbrachten.
- Ich bin nicht religiös. Ich glaube, dass der Ursprung des Lebens ein natürlicher Prozess war und dass wir alle Teil der Natur sind. Dafür ist nichts Übernatürliches nötig.
- Die gängige Definition des Begriffs Leben fokussiert derzeit auf Prozesse der organischen Chemie. Vor dem Hintergrund, dass Leben angesehen wird als komplexe Organisationsform mit charakteristischen Eigenschaften und der Entwicklung von KI bedarf es einer regelmäßigen kritischen Überprüfung.
- Mit fortschreitender Forschung ist ein Paradigmenwechsel nicht ausgeschlossen (z. B. der imaginäre Planet ‚Paradiso‘, dessen Sporen des Lebens der Ursprung sind für das terrestrische aber auch extraterrestrische Lebens im Universum).
- Der Zufall spielt die Hauptrolle. Zufällig haben einfache Aminosäuren extraterrestrischen Ursprungs die Erde erreicht.
- Ein universelles Bewusstsein ist für mich vorstellbar, eines dass die Lebewesen miteinander verbindet. Aber eine planende Kompetenz geht hiervon nicht aus. – Alternativ: Die Zunahme der Entropie (2. Hauptsatz der Thermodynmik) führt zu einer nicht planenden, unbewussten Energie.
- Energiequellen: Gravitation, Photonen.
- Kohlenstoff-Ersatz für eine alternative Lebensform: Unter anderen Bedingungen als auf der Erde evtl. auch auf Silizium-Basis.
- Sollte die Definition von „Leben“ aus Ihrer Sicht regelmäßig überprüft und angepasst werden? Ach, passt schon.
- Leben außerhalb unseres Sonnensystems: Pflanzen auf anderen Planeten.
- Die Definition von „Leben“ sollte aus meiner Sicht regelmäßig überprüft und angepasst werden.
