Eine Installation im
Science Communication Center im
Deutschen Museum in München

Ausstellung: 09. – 25.06.2026
Eröffnung: 12.06.2026, 19 Uhr

Das Deutsche Museum in München hat mich eingeladen, eine künstlerische Installation zu gestalten, die sich mit den möglichen Umständen der Entstehung des Lebens auseinandersetzt. Wissenschaftlich wird das Thema „Molekulare Evolution in präbiotischen Umgebungen“ von der DFG gefördert. Dabei wird untersucht, wie aus unbelebter Materie unter verschiedenen Bedingungen erste Bausteine des Lebens entstehen konnten.

Dazu möchte ich neue und ungewöhnliche Ideen und Theorien zur Epigenese (der Herausbildung neuer Strukturen aus ungeformter Materie bei der Entwicklung eines Lebewesens) und Evolution sammeln und kombinieren. Indem auf diese Weise neue Möglichkeitsräume entstehen, steigt auch die Wahrscheinlichkeit des Auftauchens bisher ungedachter Gedanken. Dazu habe ich über einen Fragebogen Ideen gesammelt, wie Leben auf der Erde entstanden sein könnte.

Details zur Installation

Die Installation Auf der Spur des ersten Lebens bearbeitet die Frage nach der Entstehung des Lebens auf der frühen Erde, indem sie wissenschaftliche Themen künstlerisch interpretiert. Dazu verbindet die Künstlerin Heike Seyffarth aktuelle Forschung mit spekulativen Entwürfen, um neue Denkräume zu eröffnen. So zeigt die Installation neben ausgewählten Illustrationen zu Fragestellungen und Forschungsständen auch Hypothesen, denen bislang eine wissenschaftliche Grundlage fehlt.

Um die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse für ein breites Publikum zugänglich zu machen, wurde 2025 in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München und dem Deutschen Museum München eine Residency für Künstlerinnen und Künstler ausgeschrieben, um die älteste und gleichzeitig aktuellste Frage der Menschheit nach ihrer Herkunft kreativ zu bearbeiten. In Vorbereitung dieser Intervention wurden Forschende aus Astrophysik, Biochemie, Biophysik, Chemie und Geowissenschaften, die im Forschungscluster CRC 392 „Molekulare Evolution unter präbiotischen Bedingungen“ den Ursprung des Lebens untersuchen, sowie eine Reihe externer Experten besucht und interviewt. In den Exponaten sammeln sich die Ergebnisse dieser Begegnungen.

Durch die Verknüpfung wissenschaftlicher Erkenntnisse, künstlerischer Positionen und kreativer Modelle ergibt sich ein transdisziplinärer Blick auf eine sich stetig wandelnde Welt. Dabei richtet sich der Blick auch auf unser gegenwärtiges Zeitalter, das Anthropozän, in dem beispielsweise Materialien wie Plastik dauerhafter Bestandteil der Erde sind. 

Indem sich Kunst und Wissenschaft als verwandte Formen der Erkenntnis ergänzen, wird erforscht, ob und wie sich der Ursprung des Lebens jemals vollständig erklären lässt – und welche Vorstellungen von Leben daraus für die Zukunft entstehen können.

Die Installation lädt dazu ein, eigene Überlegungen einzubringen. Anhand von Mitmach-Exponaten können Besucher*innen ihre Gedanken ergänzen und so ein kollektives Bild möglicher Erklärungen entwickeln. Begleitende Materialien bieten Raum für persönliche Reflexionen.

Im Kern steht die Auseinandersetzung mit Veränderung: Evolution verläuft oft unmerklich, kann jedoch an bestimmten Punkten zu tiefgreifenden Umbrüchen führen. Vor diesem Hintergrund fragt Auf der Spur des ersten Lebens, wie wir unsere Rolle in gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungen verstehen – und welche Verantwortung wir für die Gestaltung einer lebenswerten Welt übernehmen können.